Bürgerhaus "Alte Schule"

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Zwei Künstler, die sich verstehen, zeigen "Form und Farbe"

ERISKIRCH - Großformatige, zum Figurativen neigende Bilder von Erika Lohner treffen in der Ausstellung der Kulturfreunde Eriskirch im Bürgerhaus „Alte Schule,, auf die Holzskulpturen von Manfred Wasner.  Die Ausstellung „Form und Farbe" ist am Freitagabend mit zahlreichen Gästen eröffnet worden.


Von unserem Mitarbeiter Helmut Voith


Beide Künstler haben im Verlauf des letzten Jahres ihre Arbeiten an Fried-richshafener Ausstellungsorten gezeigt. Neu ist die Idee, gemeinsam auszustellen und Plastiken und Bilder miteinander kommunizieren zu lassen. Erika Lohner bewegt sich derzeit wieder stärker zum Figurativen hin, während die Skulpturen Manfred Wasners abstrakt bleiben, aber Assoziationen zulassen.

Meist malt Erika Lohner gesichtslose Menschen auf kräftigem Untergrund. Wichtig ist ihr, dass die Farbe bestimmte Emotionen ausdrückt.

Sie malt in Schichten übereinander, wäscht wieder Farbe weg, erzielt so ganz eigene Heil-Dunkel-Effekte, setzt nachträglich mit dem Stift Konturen, die aus den Farbflächen Figuren herauswachsen lassen. Erst die fertigen Bilder erhalten dann Titel wie „Frau Sein", „Einkehr" oder „Versunken", die dem Betrachter Anregungen geben, das Bild für sich zu interpretieren.

 

Die meisten Skulpturen von Manfred Wasner wirken sehr grazil. Er sammelt Schwemm- und Wurzelhölzer, die ihn ansprechen - im Wald, an Flüssen und natürlich am Ufer des Bodensees. Oft liegt so ein Schwemmholz einige Jahre in seinem Sammlungsraum, bis für ihn der richtige Moment gekommen ist. Sensibel spürt er dem gewachsenen Holz nach, sucht die Strukturen und arbeitet sie in langwieriger Feinarbeit heraus. Allein das Schleifen von Hand nimmt viel Zeit in Anspruch. Dann erfolgt das Ölen, das die Maserung des Holzes deutlich heraustreten lässt.

Während der Bearbeitung fallen ihm mögliche Titel ein, werden aber wieder verworfen zugunsten einer besseren Idee. „Ich folge wie ein Minenarbeiter der Erzlinie, den Vorgaben des Materials"  beschreibt er seine Arbeit.

 

Grazile Gebilde

 

Am Ende erlebt man grazile Gebilde, die beispielsweise auf eigens gefertigten Metallstelen ruhen, filigrane Arbeiten, die Wasner zusammen mit ihren Halterungen aus Edelstahl oder ihren Steinsockel bewusst als Einheit  komponiert.

Sie wirken abstrakt und sind eigentlich Natur pur, denn durch die Bearbeitung wird gerade das ver­stärkt, was im Holz bereits angelegt war. Ganz nebenbei bleibt festzustel­len, dass viele Teile einen weiten Weg hinter sich haben, bis sie in Wasners Hände kommen. Sie wurden von weither angeschwemmt, irgendwann vom Wasser mitgerissen.

Jetzt bleibt es dem Betrachter überlassen, sich an ihre Geschichte heranzutasten, wie er auch den verborgenen Emotionen in Erika Lohners Figuren nachspüren mag.

 

Zwei Künstler, die sich verstehen: Erika Lohner und Manfred Wasner stellen in Eriskirch gemeinsam aus.

Foto: Helmut Voith

 

Die Ausstellung im Bürgerhaus „Alte Schule" dauert bis 8. Oktober und ist Freitag und Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonntag von T 2 bis 18 Uhr geöffnet. Finissage ist am 8. Oktober um 15 Uhr.